Familienpolitik auf Abwegen

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„Milliardenförderung für Familien verpufft“, „Verheerende Noten für deutsche Familienpolitik“, so lauteten die Überschriften in den Medien. Thema in den Artikel war eine Studie, die Finanz- und Familienministerium gemeinsam in Auftrag gegeben hatten.

In Verdrehung der Tatsachen berichten die Medien bei dieser Studie wäre die allgemeine Wirksamkeit verschiedener familienpolitischer Maßnahmen überprüft worden. In Wirklichkeit wurde lediglich überprüft, welche Maßnahmen den Staat kurzfristig am wenigsten kosten.

Dabei schnitt besonders die Betreuung in Krippen und Kindergärten gut ab, weil dadurch Eltern wieder als Arbeitskräfte frei werden und so Steuern für den Staat erarbeiten können. Im Sinne der kurzfristig denkenden etablierten Politiker ist sie damit automatisch die beste Möglichkeit und sie wird ja auch konsequent vorangetrieben, mit Unterstützung der Medien.

Doch kurzfristige finanzielle Ziele sind etwas, was sowohl in der Familien-, als auch in der Bildungspolitik nichts zu suchen hat. Denn man kann den Überschriften durchaus zustimmen, die Familienpolitik ist gescheitert, aber nicht, weil wir immer noch zu wenig Betreuungsplätze haben, wie uns das Politik und Medien erzählen wollen, sondern weil sie alleine auf Grundlage dessen betrieben wird, was am Besten für die Wirtschaft ist.

In der Familienpolitik sollte es darum gehen Kindern die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen, um sie eines Tages zu glücklichen, vollwertigen Mitgliedern unserer Gemeinschaft zu machen, die dann dementsprechend dieser Gemeinschaft auch etwas zurückgeben können.
Stattdessen werden Kinder als Störfaktoren gesehen, die ihre Eltern vom Arbeiten abhalten. Konsequent wird versucht Kinder so früh wie möglich ihren Eltern zu entreißen, um diese wieder für den Arbeitsmarkt freizustellen. Eine gesunde Entwicklung des Kindes spielt keine Rolle mehr.

Dieses reine Denken zugunsten der Wirtschaft zerstört unsere Gesellschaft! Es werden immer weniger Kinder geboren, die dafür wesentlich öfter verhaltensgestört sind. Selbst die Wirtschaft kann über diese Entwicklungen nicht froh sein, weil sie zwar die Eltern dieser Kinder schneller wieder als Arbeitskräfte nutzen kann, sie aber auf der anderen Seite keine neuen Auszubildenden mehr bekommt. Auf der einen Seite nimmt die Quantität immer weiter ab, aber auch die Qualität lässt zu wünschen übrig. Klagen über nicht ausbildungsfähige Jugendliche nehmen immer weiter zu.

Experimente im Familien- und Bildungsbereich sind Sprengstoff für unsere Gesellschaft. Wir müssen uns endlich gegen diese Selbstzerstörung wehren! Der Platz eines Kleinkindes ist nicht in einer Krippe, sondern Zuhause bei seinen Eltern zu finden! Dabei spielen kurzfristig verlorene Steuereinnahmen keine Rolle, es geht um die gesunde Entwicklung des Kindes!

Denn selbst, wenn man das Thema nur wirtschaftlich sehen will: Jedes Kind, das heute nicht geboren wird oder das sich heute nicht gesund genug entwickelt, wird später kein Beitragszahler sein. Unsere umlagefinanzierten Sozialsysteme basieren darauf, dass die Kinder von heute den Erwachsenen später einmal die Renten zahlen sollen. Die heutige Familienpolitik betrifft also nicht nur die Familien, sondern jeden! Momentan stehen wir vor einer schwarzen Zukunft, weil die Wirtschaft, die Politiker und viele andere Menschen die langfristige Sicht auf unsere Gesellschaft schon lange verloren haben! Es ist Zeit für eine radikale Wende!

Bildquelle: Gerd Altmann/Shapes:dezignus.com  / pixelio.de

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