Abschlussveranstaltung zum Thema „Sekundarschule in Brauweiler“

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Am 12. Dezember 2012 fand im Pulheimer Geschwister-Scholl-Gymnasium die Abschlussveranstaltung bezüglich der Umwandlung der Arthur-Koepchen-Realschule (AKRS) und der Hauptschule in eine Sekundarschule statt. Daran haben sich natürlich auch Mitglieder der Partei „Die Rechte“ beteiligt.

Angekündigt war das ganze als Informationsveranstaltung mit anschließender Diskussion, letztendlich verkam es aber von Seiten der Organisatoren zu einer reinen Propagandaveranstaltung für die Sekundarschule, kritische Themen wurden konsequent ignoriert.
Erst als den anwesenden Bürgern das Wort erteilt wurde kam einhellig starke Kritik auf, sowohl an dem Konzept an sich, als auch an dem Verhalten der Stadt, die keinerlei Kritik oder Verbesserungsvorschläge annimmt, den Willen der Eltern und Lehrer der betroffenen Schulen ignoriert und durch die Konstruktion des Anmeldeverfahrens die Eltern nahezu nötigt ihre Kinder an der Sekundarschule anzumelden.

Das Verhalten der Anwesenden städtischen Befürworter der Sekundarschule sorgte nicht gerade dafür, dass Bedenken ausgeräumt werden konnten. Kritik wurde nicht ernstgenommen, sondern beiseite gewischt. Wie die Götter des Olymps saßen sie auf ihrem Podium vor den anwesenden Bürgern und erklärten diesen die Welt, wenn auf ihre Phrasen mit realistischen Einschätzungen geantwortet wurde reagierten sie teilweise geradezu feindselig.

Als ein jüngerer Schüler der AKRS seine Ängst äußerte, dass es durch die Aufnahme vieler Hauptschüler vermehrt zu körperlichen Übergriffen im Umfeld der Schule kommen könnte, eine nicht unbegründete Sorge, wenn man sich die Zustände an vielen Hauptschulen ansieht, wurde dies von Pulheims Bürgermeister Frank Keppeler (CDU) damit beantwortet, dass „Prügeleien ja immer von beiden Seiten ausgehen“ und man diesen ja aus dem Weg gehen könnte. Das kündet von vollkommener Realitätsferne. Sowohl die Realität in deutschen Klassenzimmern, als auch auf der Straße sieht wohl wesentlich anders aus.

Zudem wurde wild mit Zahlen um sich geworfen, die einer näheren Betrachtung nicht standhielten. Um den Bedarf für eine Sekundarschule aufzuzeigen wurde zum Beispiel ständig von einer großen Zahl von Schülern geredet, die auf Schulen außerhalb von Pulheim gehen. Vorgegeben wurde, dass sie dies tun würden, weil es in Pulheim keine für sie passende alternative Schulform geben würde. Nicht nur, dass hier zunächst eine Zahl von 200 Schülern genannt wurde, die dann auf 150 und schlußendlich gar auf 100 sank, nein, zusätzlich gibt es überhaupt keine Hinweise, warum sie woanders auf die Schule gehen. Viele von ihnen besuchen beispielweise auch Gymnasien oder Realschulen in anderen Städten, ein Bedarf für eine Sekundarschule kann davon also nicht abgeleitet werden. Mit solchen wilden Zahlenangaben und Erwiderungen, die nichts mit der Realität zu tun haben, ging es den ganzen Abend weiter.

Während ein anwesender lokaler Unternehmer aus dem Publikum sich beispielsweise berechtigte Sorgen darum machte, dass die momentan sehr hohe Qualität der Schulabsolventen, die in Zukunft seine Auszubildenden werden könnten, durch solche Experimente in der Schullandschaft möglicherweise massiv leidet, antworteten die Personen auf dem Podium lediglich mit Visionen, teilweise wirkten sie, als hätten sie den Realitätsbezug schon lange verloren.

Da wurde schwadroniert von Schulen wo niemanden sitzenbleibt, was aber auch gar nicht mehr möglich ist, weil es keine Noten mehr gibt. Bei Klassenarbeiten ist es nicht mehr das Ziel möglichst viele Aufgaben richtig zu lösen, sondern sein persönliches Ziel zu erreichen, das vorher durch die Lehrer anhand der eingeschätzten „Kompetenz“ der Kinder festgelegt wird. Statt von wirklichen Inhalten wurde von „demokratischen Werten“ und „Weltoffenheit“ geredet, welche die Kinder erlernen sollen. Dabei wird natürlich jeder Schüler optimal persönlich gefördert, am Ende kann so jeder Schüler seinen für ihn perfekten Beruf ergreifen. Soweit die Utopie.

In der Realität gibt es da dann doch einige Probleme. Dadurch, dass niemand sitzenbleibt, werden alle Schüler unabhängig von ihrer Leistung von Klassenstufe zu Klassenstufe mitgeschleppt. Dadurch wird der Unterschied zwischen den schwächsten und den stärksten Schülern einer Klasse natürlich immer größer. Nach den neuesten Bildungsstudien (IGLU/PIRLS 2011 und TIMSS 2011) wird dieses Problem bereits in den deutschen Grundschulen auf die befürchtete Weise gelöst.
Schwächere Schüler, darunter besonders viele Ausländer, werden massiv gefördert, die Förderung der besseren Schüler findet hingegen kaum statt. Während das in den vier Grundschuljahren kaum anders möglich und teilweise sogar sinnvoll sein mag, da es dort immerhin um die Grundkompetenzen für das weitere Lernen in der Zukunft geht, die jeder beherrschen muss, führt das natürlich zu massiven Auswirkungen, wenn man auch nach der Grundschule keine Differenzierung vornimmt, sondern die Kinder weitere 6 Jahre gemeinsam unterrichtet.

Wo ist der Sinn, wenn man Kinder mit vollkommen unterschiedlichen Anforderungen in eine Klasse sperrt, nur im Sinne der falsch verstandenen Gleichheit und der Schaffung des Einheitsmenschen? Wäre es nicht im Gegenzug wichtiger auf verschiedenen Schulen verschiedene Ansätze zu wählen?
Warum sorgt man nicht endlich wieder dafür, dass die Hauptschulen, früher Volksschulen, auf welche die absolute Mehrheit ging, endlich wieder ihren alten Rang erhalten? Man hat diese mutwillig heruntergewirtschaftet und anstatt das Problem anzugehen, wird es nun verschoben, durch die Schaffung von Sekundarschulen.

Dabei hat das dreigliedrige Schulsystem jahrzehntelang sehr gut funktioniert. Manch einer ist eben nicht für höhere theoretische Aufgaben geeignet, während einem anderen diese leichter fallen, er aber mit handwerklichen Fähigkeiten nicht gerade gesegnet ist. Warum also nicht jeden auf seiner Schulform gemäß seinen Anforderungen und Fähigkeiten fördern? Das dürfte die Frustrationen der Schüler deutlich senken, im Gegensatz zu einer Einheitsschule, auf der alle zusammengeschmissen sind und keine höheren Leistungen, sondern nur Einheitsbrei erzeugt wird.

Wir lehnen die Sekundarschule daher vollkommen ab. Der Rat hat in seiner Sitzung nächste Woche Dienstag noch die Möglichkeit dem Lehrer-, Bürger- und Elternwillen zu folgen und die Sekundarschule nicht einzuführen. Das wird, nach den bisherigen Erfahrungen in diesem Verfahren, wohl kaum passieren. Daher fordern wir zumindest das Anmeldeverfahren so umzugestalten, dass die Eltern nicht mehr genötigt werden ihre Kinder an der Sekundarschule anzumelden, weil sie Angst haben müssen, dass sie ansonsten keinen Platz mehr an einer örtlichen Schule bekommen.

Zum Schluß noch ein kurzer Absatz zum Thema „Instrumentalisierung“. Dieser Vorwurf kommt ja inzwischen grundsätzlich, sobald sich in irgendeiner Form „rechte“ Gruppen für ein Ziel einsetzen. Wir nutzen dieses Thema selbstverständlich nicht aus. Viel mehr sind wir anscheinend auch in dieser Frage wieder die einzige wirkliche politische Opposition, die sich noch konsequent gegen die linke Vision der Schaffung von Einheitsmenschen stellt, ansonsten würde der Rat diesem Projekt wohl kaum ohne Widerspruch zustimmen.
Wir sehen ganz klar, dass eben nicht alle Menschen gleich sind. Menschen haben verschiedene Persönlichkeiten und Fähigkeiten. Ohne diese Unterschiedlichkeit würde unser Leben überhaupt nicht funktionieren. Daher setzen wir uns auch klar für das dreigliedrige Schulsystem ein, in dem eben diesen Unterschieden Rechnung getragen wird. Ebenso stellen wir uns als volksbewusste Aktivisten selbstverständlich gegen eine politische Klasse, die ihre Politik gegen den Willen des Volkes durchsetzt, wie das auch hier wieder der Fall ist.

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One Response to Abschlussveranstaltung zum Thema „Sekundarschule in Brauweiler“

  1. […] Anwesenden beiseite gewischt wurden. Einen Bericht zu einer dieser Veranstaltungen haben wir damals auf unserer Seite veröffentlicht. Die Stadtoberen sahen darin vorbildliche […]

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