Bericht zur Veranstaltung „1923 – Bürgerkrieg im Rheinland“

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Am vergangenen Samstag veranstaltete unser Kreisverband eine Vortragsveranstaltung zum Thema „1923 – Bürgerkrieg im Rheinland“, bei der ein Historiker über die Separatistenbewegung in der Weimarer Republik berichtete, die kurzzeitig, mit Unterstützung der Besatzungsmächte Frankreich und Belgien, die sogenannte „Rheinische Republik“ ausrufen konnte. Letztendlich scheiterten sie allerdings am Widerstand des deutschen Volkes.

Nach einer kurzen Begrüßung durch einen Aktivisten unseres Kreisverbandes übernahm der Historiker das Wort. Lebhaft beschrieb er die damaligen Zustände, wobei er zunächst auf die vorherigen Jahre nach Beendigung des Ersten Weltkrieges einging.

In der durchgehend instabilen Weimarer Republik kam es immer wieder zu Aufständen und Putschversuchen verschiedener Gruppen. So versuchten im nahegelegenen Ruhrgebiet Kommunisten 1920 im sogenannten Ruhrkampf die Macht zu übernehmen. Nur durch das beherzte Eingreifen von Reichswehr und Freikorps konnte die Rote Ruhrarmee zerschlagen und der Aufstand beendet werden.

Das Leben war geprägt von Hunger und Besatzungsrecht. Schon 1916, während des Krieges, begannen die Alliierten eine „Hungerblockade“ gegen das Deutsche Reich, die massiv gegen das Kriegsvölkerrecht verstieß. Ziel war den Kriegswillen der Deutschen zu brechen, indem man gezielt auch Zivilisten verhungern ließ, wobei durch die Blockade auch neutrale Staaten betroffen waren. Obwohl der Krieg 1918 sein Ende fand, wurde die Blockade danach noch monatelang weiter aufrechterhalten. Eines der vielen Kriegs- und Nachkriegsverbrechen der Alliierten, die heutzutage keinerlei Aufmerksamkeit erfahren.

Das Versailler Diktat legte dem deutschen Volk maßlose Bürden auf, deren Erfüllung die Wirtschaft in Deutschland nahezu zerstörte. Die vollkommen überzogenen Reparationen, die von den Sieger- und inzwischen Besatzungsmächten gefordert wurden, führten zu einer Hyperinflation. Franzosen und Belgier nutzten die Umstände widerrechtlich aus, um das gesamte Ruhrgebiet zu besetzen, wogegen ein „passiver Widerstand“ ausgerufen wurde. Die Deutschen verweigerten größtenteils jede Zusammenarbeit.

Während so der Großteil des Volkes für die Einheit Deutschlands einstand, gab es einige Separatistengruppen, die eine Loslösung von Teilen Deutschlands forderten. Sie erhofften sich dadurch wirtschaftliche Vorteile. Im Rheinland wollte man die „Rheinische Republik“ ausrufen, die de facto ein Satellitenstaat Belgiens bzw. Frankreichs gewesen wäre. Im deutschen Volk wurden diese Gruppen größtenteils verachtet.

Selbst die Sozialdemokraten, die heute so eifrig an der Abschaffung Deutschlands arbeiten und die Wörter „deutsches Volk“ am liebsten vermeiden, stellten sich klar gegen diese Bestrebungen. So schrieb die SPD Neuss: „Wir wollen deutsch bleiben. Mag kommen was will.“ Und eine rheinische Zeitung fasste die Gedanken der Deutschen zusammen: „Deutschland soll leben – und wenn wir leiden müssen.“ Deutsche, die lieber hungern, als ihr Land zu verraten, ein Bild an dem man sich ein Beispiel nehmen sollte, in einer Zeit wo viele den Kampf für Deutschland und den Fortbestand unseres Volkes nur aus Ängsten um ihre wirtschaftlichen Perspektiven nicht aufnehmen.

Als die Separatisten in Düsseldorf eine Großkundgebung inklusive Ausrufung der „Rheinischen Republik“ durchführen wollten, zeigte sich die Verachtung des Volkes. Obwohl die Besatzungsmächte kostenlose Fahrten und andere Vergünstigungen anboten, blieb die Teilnehmerzahl weit hinter den Erwartungen zurück. Allgemein wurde ein „Toter Sonntag“ ausgerufen, die Deutschen blieben zu Hause und ignorierten die Veranstaltung. Einige gingen auch direkt gegen die Separatisten vor, die Ausrufung war gescheitert.

Obwohl die Separatisten weithin abgelehnt wurden, konnten sie sich später an einigen Stellen durch die Unterstützung der Besatzungsmächte (mit Waffen, Versorgungsgütern und finanziellen Mitteln) festsetzen.

So berichtete der Referent beispielsweise über die Vorgänge in Aachen, wo das Rathaus am 21. Oktober 1923 unter der Führung von Leo Deckers und Dr. Guthardt besetzt wurde, welche die „Freie und unabhängige Republik Rheinland“ ausriefen. Die Aachener trotzten allerdings der Waffengewalt der Separatisten und vertrieben diese wieder. Als die Separatisten ein anderes Regierungsgebäude besetzten hätte sich das Spiel wiederholt, allerdings griff dieses Mal die belgische Besatzungsmacht direkt auf deren Seite ein, wodurch sie ihre Macht kurzzeitig behaupten konnten.

Ähnliches ereignete sich in unzähligen Städten des Rheinlandes. Die Separatisten konnten sich grundsätzlich nur mit Hilfe der Besatzungsmächte durchsetzen, während das Volk eindeutig zu Deutschland stand. In Neuss leisteten Gewerkschaften, Sportvereine und Bürger aller Parteien, von den Kommunisten bis zu den Nationalsozialisten, entschlossenen Widerstand gegen die Separatisten und vertrieben diese mit Eisenstangen und Knüppeln.

Nachdem es den Separatisten, in Zusammenarbeit mit Belgiern und Franzosen, nicht gelungen war den Widerstand der Deutschen zu brechen und es zudem zu Beschwerden der anderen Siegermächte kam, stellten Belgier und Franzosen ihre Untersützung ein. Daraufhin fiel die Bewegung in sich zusammen, viele Beteiligte wurden zur Rechenschaft gezogen.

In der anschließenden Diskussion, nach einer kurzen Pause, wurde unter anderem über die zweifelhafte Rolle Konrad Adenauers gesprochen. Zudem wurde das Buch „Reiter in deutscher Nacht“ von Hanns Heinz Ewers empfohlen, das sich mit dem Thema auseinandersetzt.

Neben dem bereits erwähnten passiven Widerstand, wurde auch über den aktiven Widerstand gegen die widerrechtliche Besatzung gesprochen, die besonderen Ausdruck in der Person eines Mannes findet: Albert Leo Schlageter. Er wurde am 26. Mai 1923 hingerichtet, nachdem er von der französischen Besatzungsmacht zum Tode verurteilt wurde.

Die Vortragsveranstaltung wurde allgemein gut angenommen. Besonders die lebhafte, rheinische Art des Referenten wurde äußerst positiv aufgenommen und sorgte dafür, dass keinerlei Langeweile aufkam. Zudem konnte Licht auf einen Teil der deutschen Geschichte geworfen werden, der oft zu wenig Aufmerksamkeit findet.

Sowohl während der Pause, als auch nach dem Vortrag sorgte unser „Feldkoch“ für die Verpflegung der Gäste, wodurch auch dieses Mal neben dem Wissensgewinn auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kam. In kameradschaftlicher Atmosphäre ließ man danach den Abend gemeinsam ausklingen.

Zum Abschluss wollen wir auf eine weitere unterstützenswerte Veranstaltung hinweisen:

Am Samstag, den 27. August 2016, organisieren unsere Parteifreunde aus Verden eine Solidaritätsveranstaltung für Ursula Haverbeck, bei der sie über verschiedene Themen sprechen wird, darunter ihre aktuelle Verfolgung durch die Justiz, weil sie ihre, angeblich vorhandene, Meinungsfreiheit genutzt hat, um über gewisse geschichtliche Ereignisse zu reden. Informationen dazu gibt es unter der E-Post-Adresse veranstaltung@rechte-verden.com und auf der Seite rechte-verden.com.

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