Jakob Grimm Gedenken

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Vergangenen Samstag, den 28.09.2013, versammelten sich rund 50 Menschen, um gemeinsam an einer Vortragsveranstaltung zum Gedenken an Jakob Grimm teilzunehmen, die wir gemeinsam mit anderen Personen organisiert hatten. Anlass dafür war, dass sich sein Todestag, der 20. September 1863, zum 150. Mal jährte.

Der erste Vortrag befasste sich mit dem Leben von Jakob Grimm und besonders mit seinem, sowohl für ihn als auch für uns, wichtigsten Werk, nämlich dem Deutschen Wörterbuch, das er gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm Grimm bearbeitete.

Hierbei wurde auch noch einmal deutlich darauf hingewiesen, wie viel uns die Sprache eines Volkes über seine Eigenschaften, seine Gedanken und seine Geschichte verrät. Dafür wurden zahlreiche Beispiele genannt und auch darauf aufmerksam gemacht, wie sehr sich Jakob Grimm darum bemühte, eben diese Wurzeln aufzuzeigen.

Er selbst äußerte sich immer wieder zur besonderen Bedeutung der Sprache, schrieb beispielsweise:

„Wer nach jahrelangem Auswandern wieder den Boden seiner Heimat betritt, die mütterliche Erde küßt, in wessen Ohr die altgewohnten Laute dringen, der fühlt was er entbehrt hatte und wie ganz er wieder geworden ist.

Allen edeln Völkern ist darum ihre Sprache höchster Stolz und Hort gewesen. Welchen großen gewaltigen Baum hat die unsere getrieben, dessen Wachstum wir nun schon fast zweitausend Jahre in der Geschichte verfolgen können!“

Nach der Mittagspause stand der nächste Vortrag an: Das politische Umfeld, die französische Besetzung Deutschlands. Hier lag das Hauptaugenmerk auf der Zeit, als Frankreich große Teile Deutschlands besetzt hielt und auch den restlichen Teil unterdrückte. Sie umspannt die komplette Jugendzeit von Jakob Grimm.

Zunächst wurde dabei wieder auf seine Lebensgeschichte eingegangen. Unter anderem musste er nach dem Tod seiner Mutter 1808 die Familie ernähren und nahm daher eine Anstellung als Bibliothekar im Königreich Westphalen an, ein zu dieser Zeit bestehender französischer Marionettenstaat, der vom jüngsten Bruder Napoleons, Jerome Bonaparte, beherrscht wurde.

Diese Anstellung verlor er durch die geschichtlichen Ereignisse, auf die nun noch einmal gesondert eingegangen wurde: Die Befreiungskriege, bei denen Europa das französische Joch durch ein gemeinsames Vorgehen abwerfen konnte.

Nach diesen Einblicken in sein Leben und das geschichtliche Umfeld durfte natürlich auch nicht das nächste große Thema fehlen, wofür die Gebrüder Grimm weithin bekannt sind, nämlich ihre Sammlung deutscher Sagen und Märchen.

Exemplarisch wurde dafür das Märchen „Die Sterntaler“ herausgegriffen. Zunächst wurde es vorgetragen, um dann darüber zu reden, wie man es deuten könnte. Dabei wurde zuerst darüber geredet, wie es heutzutage allgemein oft gedeutet wird, aber danach auch über verschiedene andere Deutungsmöglichkeiten nachgedacht.

Insgesamt war es ein sehr lehrreicher und schön verlaufener Tag. Besonderer Dank hierfür gilt auch Frau Ursula Haverbeck, ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen.

Die einzige kleine Unschönheit war das Auftreten der Polizei. Nachdem man sich verbeten hatte, dass ein linksextremer Fotograf, der teilweise auch für die Presse arbeitet, Bilder von der privaten Veranstaltung, den Gästen und den Nummernschildern der Autos anfertigt, um damit der Hetze gegen Andersdenkende Vorschub zu leisten und militanten Linksextremisten Angriffe auf diese zu erleichtern, rief dieser die Polizei.

Diese machte ihm zwar deutlich, dass er auf dem Privatgelände nichts zu suchen hat, gaben sich ansonsten aber alle Mühe unsere Veranstaltung zu verhindern, indem sie den Wirt gegen uns aufhetzen wollten, damit dieser die Veranstaltung beendet. Glücklicherweise ließ dieser sich von dem überzogenen Polizeieinsatz, darunter auch eine Hundestaffel, nicht abschrecken.

Trotz allem ist das ein klarer Anschlag auf die Versammlungsfreiheit, der dieses Mal zum Glück nicht gelang, aber leider schon längst alltäglich geworden ist.

Diese Gegebenheit wollten wir nur zur Vollständigkeit erwähnen, den äußerst positiven Erinnerungen an diese Veranstaltung tun sie keinen Abbruch.

Fotos der Veranstaltung:

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