Kein Schuldkult in Wesseling

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Man hat manchmal den Eindruck, dass diese Republik wirklich nicht ohne die zwölf Jahre des Nationalsozialismus leben kann. Tag für Tag läuft im Fernsehprogramm eine Dokumentation über das Dritte Reich nach der anderen oder es wird wieder einmal irgend wo in der Bundesrepublik ein neues Denkmal für eine damals verfolgte Minderheit errichtet.

Dieses Mal hat es die Stadt Wesseling im Rhein-Erft-Kreis getroffen.

Die Stadt Wesseling hat nämlich jetzt ganz neue messingfarbene Stolpersteine zum Gedenken an die Holocaust-Opfer erhalten.

Ein solcher Stein kostet gerade einmal 120 Euro und wird dafür sogar von dem „Künstler“, der zeitgleich auch der Erfinder dieser Steine ist, höchstpersönlich verlegt. Bei dem „Künstler“ handelt es sich um Gunter Demnig.

Demnig ist mit seinen Stolpersteinen mittlerweile schon in der ganzen Republik bekannt, da nahezu keine Stadt vor seinem Geschäft mit Steinen verschont geblieben ist.

Wir haben genug von diesem Schuldkult und der ewigen Sühne, die wir als Nachkriegsgenerationen über uns ergehen lassen müssen.

Die vielfach zugemutete einseitige Vergangenheitsbewältigung in der Art einer Zuweisung von Kollektivschuld oder Kollektivverantwortung wollen wir nicht länger hinnehmen.

Es kann nicht sein, dass kommende Generationen einer Diskriminierung ausgesetzt bleiben und für Vorgänge verantwortlich gemacht werden, an denen sie nicht mitgewirkt haben.

Desweiteren möchten wir daran erinnern, dass schwere Kriegsverbrechen auch von den Siegermächten begangen wurden. Das Leiden der Menschen verbietet eine gegenseitige Aufrechnung, aber die Pflicht zur Wahrheit verbietet ebenso das Verschweigen dieser. Leiden, auch der Deutschen!

Bildquelle:Esther Stosch  / pixelio.de

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