Kerpen: Bürgermeister Dieter Spürck im Gespräch – Über Schuldkult und „Flüchtlinge“

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Die Rhein-Erft-Rundschau nutzte die Tatsache, dass Kerpens neuer Bürgermeister Dieter Spürck (CDU) nun 100 Tage im Amt ist, als Anlass ein längeres Gespräch mit ihm zu führen. Dabei wurde auch über die aktuelle Situation mit Asylbewerbern in Kerpen geredet und über unsere „besondere Verantwortung, was die Aufnahme von Flüchtlingen betrifft„. Da die Jorunalisten ungewohnterweise gelegentlich tatsächlich kritisch nachhakten, ergeben sich teilweise interessante Antworten.

Zunächst wird dem Bürgermeister die Frage gestellt wie er die Sicherheitslage in Kerpen bewertet, insbesondere nach den Vorfällen von Silvester in Köln. Darauf antwortet er zuerst ausweichend, dass er sich über die „ausgeprägte Willkommenskultur in Kerpen“ freut. Seiner Meinung nach ist die Sicherheitslage in Kerpen „sehr gut„.

Auf die Frage ob „die Polizei hier immer angemessen berichtet, wenn Kriminalität im Umfeld der Flüchtlingsheime passiert „, antwortet er: „Ja, wir haben ein sehr gutes Verhältnis zur örtlichen Polizei. Integration gelingt dann, wenn die Tatsachen auf den Tisch kommen.“ Anscheinend hält er es für angemessene Berichterstattung, wenn zumindest er die Informationen erhält. Ansonsten hält sich die Kerpener Polizei nämlich sehr bedeckt, was die Kriminalität rund um Asylantenheime angeht.

So stammt die einzige Meldung zu diesem Themenbereich von der Kölner Polizei, die mitteilte, dass zwei Asylbewerber in einem Kerpener Asylheim festgenommen wurden, weil sie höchstwahrscheinlich an den Übergriffen in der Kölner Silvesternacht beteiligt waren (wir berichteten). Dass dies der einzige Vorfall gewesen ist, ist wohl sehr unwahrscheinlich. So ist „Integration gelingt dann, wenn die Tatsachen auf den Tisch kommen.“ zwar ein schöner Satz, mit der Kerpener Realität hat er aber wenig zu tun.

Direkt im Anschluss behauptet er, dass wir „eine besondere Verantwortung, was die Aufnahme von Flüchtlinge betrifft“ haben. Auf die Nachfrage, was er damit meint, konkretisiert er: „Na ja, von Deutschland ist der Weltkrieg ausgegangen. Wir haben eine besondere Verantwortung angesichts der Judenverfolgung. Wir haben eine Städtepartnerschaft ausgerechnet mit Oswiecim, dem früheren Auschwitz. Wir haben als Kolpingstadt eine soziale Tradition, und wir sind mit Deutschland eine Führungsmacht in Europa, auch wirtschaftlich gesehen. Da müssen wir vorangehen.

Deutscher Schuldkult in Reinkultur. Selbst wenn man seine Ansichten über geschichtliche Themen, wie die alleinige Schuld Deutschlands am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, teilen würde, liegt dieser nun 70 Jahre zurück. Es fehlt also absolut jeder Zusammenhang mit der aktuellen Asylkrise.

Eine besondere Verantwortung trägt wohl viel eher die USA, welche sowohl den Nahen und Mittleren Osten, als auch nordafrikanische Staaten in den vergangenen Jahren gezielt destabilisiert und teilweise auch direkt angegriffen hat.

Auf die folgende Frage, ob er „zuversichtlich [ist], dass die Bundesregierung die Flüchtlingskrise in den Griff kriegt„, antwortet er erneut ausweichend: „Ich kommentiere nicht die Linie der Bundesregierung, ich bin nur ein Bürgermeister.“ Ein inzwischen übliches Manöver von Lokalpolitikern, die sich so sowohl um eine klare Stellungnahme, als auch um die Verantwortung für die aktuelle Asylpolitik drücken wollen.

Tatsächlich ist er als CDU-Mitglied zumindest indirekt mitverantwortlich für die Politik der Kanzlerin, die aus seiner Partei stammt. Zusätzlich ist er als amtierender Bürgermeister kein anonymes Mitglied, sondern durchaus bekannt, könnte also gemeinsam mit anderen Würdenträgern erheblichen Druck von unten aufbauen. Dass dies in der CDU so gut wie vollkommen ausbleibt, sagt alles über die Mitverantwortung der restlichen Parteimitglieder an der momentanen desaströsen Politik aus.

Und so hat er auch weiterhin vor den Erfüllungsgehilfen zu spielen. So will er „bis zu 1200 Menschen bis Jahresende in mobilen Wohnanlagen unterbringen, die bisher von Soldaten genutzt wurden„, die Asylbewerber sollen darin dann über die ganze Stadt verteilt werden.

Auch bei weiteren Fragen ist er vollkommen auf der aktuellen CDU-Linie einzig die Bedürfnisse von Fremden im Auge zu haben. Auf die eigentlich neutrale Frage, ob er Sportplätze in Kerpen erhalten will, antwortet er daher: „Besonders nach den Vorfällen in der Silvesternacht in Köln müssen wir den jungen Migranten die Regeln erklären und diese durchsetzen. Wir müssen ihnen aber auch die Möglichkeit geben, sich hier zu integrieren. Fußball ist gerade für junge Männer ein hervorragendes Integrationsinstrument. Wenn wir demnächst stadtweit Flüchtlinge verteilen werden, dann können Fußballplätze Integrationsanker sein. Deswegen: Nicht so schnell Infrastruktur zerschlagen.“ Und auch beim Thema Kindergärten und Schulen denkt er einzig an seine neuen Bürger, statt an die Einheimischen: „Wir müssen, gerade wegen der Flüchtlinge, auch noch einmal die Kindergarten- und Schulentwicklungsplanung überdenken. Damit wir nicht zu wenig und an der falschen Stelle investieren. Der größere Teil der Flüchtlingskinder wird unsere Kindergärten und Schulen besuchen.

Alles in allem zeigt Dieter Spürck in einem einzigen Gespräch ganz deutlich, dass die CDU nicht einmal mehr der Ansatz einer Alternative für Menschen ist, denen noch etwas an Deutschland liegt. Wer hingegen weiter den Schuldkult zelebrieren möchte und dabei fröhlich an der Abschaffung der deutschen Bevölkerungsmehrheit mitarbeiten möchte, ist dort sicherlich willkommen.

Bildquelle: Andreas Hermsdorf | pixelio.de

 

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