NRW: Wohnungsmarkt extrem angespannt

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Laut Experteneinschätzung ist der Wohnungsmarkt in Nordrhein-Westfalen so angespannt, wie seit 20 Jahren nicht mehr. Während in der offiziellen Pressemitteilung der staatlichen NRW.Bank nur politisch korrekt von „vielseitigen“ Gründen gesprochen wird, wird man zumindest im ausführlichen „Wohnungsmarktbarometer“ (hier runterladen) konkreter.

So heißt es dort unter anderem:

Nach den Einschätzungen der Marktexperten, die die NRW.BANK im Rahmen des Wohnungsmarktbarometers 2016 befragt hat, hat sich die Lage auf den Wohnungsmärkten weiter verschärft.

Am stärksten betroffen sind das preisgünstige und das öffentlich geförderte Segment des Mietwohnungsmarkts, die im Landesdurchschnitt als „angespannt“ bis „sehr angespannt“ eingestuft werden. Inzwischen tendiert auch das mittlere Preissegment klar in Richtung „angespannt“. Auch für die nahe Zukunft erwarten die Befragen eine weitere Anspannung.

Auch heute spielt die Zuwanderung eine Rolle. Die seit 2009 vermehrt zuwandernden Arbeitssuchenden aus dem Osten, Süden und Südosten der EU konzentrieren sich auf die Großstädte und wirtschaftlich prosperierenden Kreise. Dagegen steigt infolge des Flüchtlingszuzugs die Wohnungsnachfrage im ganzen Land.

Neben der Zuwanderung bereitet vor allem die mangelnde staatliche Förderung von Sozialwohnungen und Spekulation große Probleme. Verunsicherte Anleger haben nach der Finanzkrise Immobilien als sichere Geldanlage für sich entdeckt. Diese Anleger sind aber hauptsächlich daran interessiert hochpreisige Wohnungen anzubieten, um mehr Geld zu verdienen. Da in dichtbesiedelten Gegenden das Bauland knapp wird, haben finanzstarke Investoren die besseren Karten. Folgerichtig heißt es im Bericht: „Von den befragten Marktexperten waren über 90 Prozent der Meinung, dass in ihrer Region zu wenig geförderte Mietwohnungen gebaut werden.

Im extrem angespannten Markt der preisgünstigen Wohnungen findet momentan geradezu ein Kampf statt, der oft mit der Verdrängung deutscher Mieter zugunsten von illegalen Zuwanderern endet, die meist beschönigend verallgemeinernd „Flüchtlinge“ genannt werden. So wurden im vergangenen Jahr 33.437 Wohnungen für Asylbewerber durch das Land NRW angemietet. Wenn Politiker von den vielen Vorteilen der sogenannten „dezentralen Unterbringung“ sprechen, lassen sie dabei gerne außer Acht, dass diese die Wohnungssuche für Deutsche weiter erschwert.

Doch auch das Vorgehen gegen gewissenlose Spekulanten unterlässt der Staat. Hier müssten klare gesetzliche Regelungen geschaffen werden, um gegen Mietwucher vorzugehen. Gleichzeitig sind massiv erhöhte Anstrengungen im Sozialen Wohnungsbau notwendig. Momentan versagt der Staat auch bei diesem Themenfeld auf ganzer Linie.

Bildquelle: Karl-Heinz Laube | pixelio.de

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