Pulheim: Kommt die PRIMUS-Schule?

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Seit Anfang der Woche ist es den Eltern von Kindern aus der Umgebung, die dieses Jahr eingeschult werden, möglich, ihr Kind an der neuen Reform- bzw. PRIMUS-Schule anzumelden. Ebenso wie bei den normalen Grundschulen gibt es einen Anmeldezeitraum bis zum 8. November.

Bereits im Mai führten wir mehrere Flugblattverteilungen gegen diese neue Schulform durch. Dabei sprachen wir uns klar gegen bildungspolitische Experimente an unseren Kindern aus. Ein Bericht dazu, mit unseren Gründen und dem Text des Flugblattes findet sich hier: Flugblattverteilung gegen die Reformschule

Seitdem gab es eine Elternbefragung bei Eltern von 3-,4- und 5-Jährigen. Bei dieser mussten mindestens 75 Eltern ihr grundsätzliches Interesse an einer Reformschule bekunden, damit die Stadt das Projekt fortsetzen konnte. Obwohl auf dem Fragebogen extra noch einmal vermerkt wurde, dass diese reine Interessebekundung keinerlei Verpflichtung darstellt sein Kind tatsächlich dort anzumelden, sprachen sich nach einem Medienbericht nur 76 Eltern für die PRIMUS-Schule aus.

Das wurde frenetisch gefeiert und die Stadt setzte ihr Projekt fort, das schon hier kurz vor dem Scheitern stand. Obwohl die meisten Anforderungen nur auf Biegen und Brechen erfüllt wurden, genehmigte das Land NRW das, von der rot-grünen Landesregierung gewünschte, Bildungsexperiment. Neben Pulheim sollte es an 8 anderen Orten in NRW ausprobiert werden, wobei es inzwischen nur noch 7 Standorte sein dürften, da sich die Eltern in Oberhausen bereits durch zu wenige Anmeldungen gegen das Projekt ausgesprochen haben. Auch in Pulheim werden nun 75 Anmeldungen benötigt.

In Oberhausen gab es im Vorhinein sogar 144 Interessensbekundungen und die örtlichen Medien hatten mit einer ähnlichen Sicherheit, wie sie momentan in Pulheim vorherrscht, davon gesprochen, dass die Schule auf jeden Fall kommen wird.

Das Scheitern des Projektes haben wohl schon einige Gruppen vor Augen, weshalb in der Pulheimer Ratssitzung angemerkt wurde, dass dringend etwas unternommen werden muss, um die Eltern doch noch zu überzeugen. Schließlich stehen auch hier wieder alle Parteien des Stadtrats geschlossen hinter dem Projekt, wie es schon bei der gescheiterten Sekundarschule der Fall war. Eine weitere Niederlage gegen den erklärten Elternwillen will man wohl nicht hinnehmen.

Daher hat die Stadt Pulheim, nachdem die als Informationsveranstaltungen angekündigten Propagandavorträge wohl nicht den erwünschten Erfolg erzielten, inzwischen Werbeplakate für die PRIMUS-Schule angefertigt und im ganzen Stadtgebiet aufgehängt. Diese einseitige Werbung für Bildungsexperimente an unseren Kindern darf somit jeder einzelne Steuerzahler tragen.

Wir gehen davon aus, dass die PRIMUS-Schule trotz allem oder gerne auch gerade deswegen scheitern wird. Schluß mit den Experimenten an unseren Kindern!

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