Pulheim: Nachtrag zum Artikel über den Tuberkulose-Ausbruch

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Da unser Artikel zum Tuberkulose-Ausbruch im Schulzentrum Brauweiler für einige Aufregung gesorgt hat, inklusive der Androhung rechtlich gegen uns vorzugehen, wollen wir hier noch einmal darauf eingehen.

Zunächst einmal müssen wir sagen, dass der Artikel seinen Grundzweck vollkommen erfüllt hat. Nachdem unser Artikel größere Verbreitung gefunden hatte, sahen sich alle Schulen am Schulzentrum plötzlich dazu verpflichtet endlich alle Schüler und Eltern zu informieren. So erfuhren alle Betroffenen, die unseren Artikel nicht gesehen haben, spätestens aus dem Elternbrief von dem Fall.

Die Reaktion der Verantwortlichen war hingegen wiederum erschreckend. Anstatt Einsicht zu zeigen, dass man seiner Informationspflicht teils mangelhaft, teils überhaupt nicht nachgekommen ist und Besserung zu geloben, richtete man lieber Vorwürfe an uns. Es wurden rechtliche Schritte angedroht, weil wir den Elternbrief veröffentlicht haben und die Krankheit allgemein kleingeredet. Sie sei kaum ansteckend, niemand müsse sich Sorgen machen und allgemein hätten wir alles aufgebauscht.

Jeder kann sich dazu selbst eine Frage stellen: Wenn eine offene Lungentuberkulose so ungefährlich und kaum ansteckend ist, weshalb kommen Erkrankte dann sofort ins Krankenhaus und dort in Quarantäne? Offensichtlich handelt es sich also doch eher um eine äußerst ernstzunehmende Krankheit, von der das Umfeld dementsprechend auch wissen sollte.

Die Stadt hielt sich bei der ganzen Angelegenheit vollkommen zurück. Bis heute findet sich zu dem Fall keine einzige Information auf der offiziellen Seite, lediglich gegenüber „Radio Rhein-Erft“ wurde geäußert, dass es sich bei dem Betroffenen nicht um einen Asylbewerber handelt. Die Gefährdung der normalen Bevölkerung ist der Stadt offensichtlich weiterhin vollkommen egal, es sollen lediglich die „Flüchtlinge“ herausgehalten werden.

Wir haben die von uns veröffentlichten Angaben genau so erhalten und können keine der beiden Aussagen auf ihre Richtigkeit überprüfen. Die Verheimlichung der ganzen Angelegenheit sprach in unseren Augen klar für die uns zugespielten Informationen, dass es sich um einen Asylbewerber handelte. Anderslautende Informationen lagen nicht vor, wie jeder weiß erfuhr vor unserem Artikel so gut wie niemand überhaupt etwas über den Fall.

Vielleicht lag dieses Mal also wirklich einfach nur Verantwortungslosigkeit vor und kein politisches Kalkül. In diesem Fall wäre es trotzdem interessant, wo der entsprechende Schüler sich angesteckt hat, da Tuberkulose in Deutschland äußerst selten vorkommt. Im Urlaub? Als ehrenamtlicher Helfer bei der Ankunft von Asylbewerbern? Auch hier wurden wieder keinerlei Informationen veröffentlicht.

Dass das Verschweigen aller Informationen unweigerlich zu Spekulationen führt, ist nicht unsere Schuld, sondern die Schuld derer, die alle Informationen unterschlagen. Auch zu allen anderen von uns angesprochenen Fällen wurden weiterhin keine weitergehenden Informationen bekanntgegeben. Eine offene Informationspolitik, die Spekulationen beenden würde, würde aber anscheinend zu Ergebnissen führen, die der Öffentlichkeit nicht bekannt werden sollen.

Auch unsere Hinweise darauf, dass durch Asylbewerber Krankheiten eingeschleppt werden, waren selbstverständlich keine erfundene Hetze, sondern lassen sich belegen. Ärzte und Experten sprechen dies regelmäßig offen an. So sagte z.B. Marc Schreiner, Experte für internationale Beziehungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft, zur Entwicklung durch die Asylkrise: „In den Kliniken werden immer häufiger Patienten mit Krankheitsbildern vorstellig, die in Deutschland bereits als ausgeräumt galten, wie etwa Krätze.“

Auch dem staatlichen Robert Koch-Institut, das direkt dem Bundesministerium für Gesundheit untersteht, geht es wohl kaum um rechtsextreme Hetze, wenn es ein spezielles Merkblatt für „akut behandlungsbedürftige, für Deutschland ungewöhnliche Infektionskrankheiten, die bei Asylsuchenden auftreten können“ herausgibt, in dem unter anderem vor Malaria, Läuserückfallfieber, Fleckfieber, Typhus und Lassafieber gewarnt wird.

Einer Veröffentlichung des selben Institus zu meldepflichtigen Infektionskrankheiten bei Asylsuchenden in Deutschland, kann man entnehmen, dass diese bei vielen Krankheiten einen beträchtlichen Teil der Gesamtfälle ausmachen. Sie schreiben einschränkend: „Gesundheitsämter können die zusätzlichen Angaben bei Asylsuchenden nur übermitteln,wenn ihnen diese durch die Meldung oder durch eigene Ermittlungen vorliegen. Dadurch wird eine nicht quantifizierbare Zahl von Fällen nicht als Asylsuchende identifiziert.“ Das heißt, alle prozentualen Anteile sind Mindestangaben, tatsächlich könnte der Anteil deutlich höher liegen.

Trotz dieser Einschränkung machten Asylbewerber in den ersten Monaten 2016 37,6% der bekanntgewordenen Fälle von Tuberkulose aus, 32,8% bei Hepatitis A und 30,7% bei Hepatitis B. Bei hier faktisch bisher nicht vorkommenden Krankheiten, wie dem Läuserückfallfieber, waren alle Betroffenen Asylbewerber.

Durch das Chaos im ganzen Asylsystem ergibt sich selbst nach der Feststellung einer Krankheit noch eine Gefährdung für die restliche Bevölkerung. So konnte man in der Presse beispielsweise von einem Fall lesen, wo ein an Tuberkulose erkrankter Asylbewerber aus Eritrea einfach aus seiner Unterkunft verschwunden war, als die Testergebnisse eintrafen. Er wurde auch danach nicht mehr aufgefunden.

Dass dies kein Einzelfall ist, beweisen Zahlen aus dem ganzen Land, aus denen man regelmäßig erfährt, dass rund ein Drittel der vorgeblichen Asylbewerber einfach verschwunden sind. Selbst das Innenministerium spricht von einer sechsstelligen Zahl von illegalen Zuwanderern, die seit der Asylkrise unregistriert irgendwo in Deutschland leben. Auf eine FOCUS-Anfrage, wie viele doppelt registrierte oder noch nicht im Asylsystem erfasste Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen leben, antwortet eine Sprecherin des Innenministeriums gar: „Über ein mögliches Ausmaß kann keine Aussage getroffen werden.“

Auf eine Anfrage der FDP gab die Hamburger Stadtverwaltung zu, dass von den eigentlichen registrierten 61.598 Asylbewerbern nur 40.852 auffindbar waren. Mehr als ein Drittel sind auch dort einfach verschwunden.

Wie man sieht, handelt es sich also bei keiner unserer Aussagen um unbegründete, ausländerfeindliche Hetze. Tatsächlich verschließen einfach viele Deutsche immer noch konsequent die Augen vor der Unzahl an Problemen, die uns die ungeregelte Asylflut ins Land geschwemmt hat.

Bildquelle: Martin Jäger | pixelio.de

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