Regierungspropaganda: Bildungsniveau jüngerer Menschen soll gestiegen sein

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Vor kurzem veröffentlichte die Bundesregierung den 14. Kinder- und Jugendbericht. Wie nicht anders zu erwarten war, klopft sich die Regierung mal wieder selbst auf die Schulter. „Das schulische und berufliche Bildungsniveau in Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen.“, heißt es da.

In Anbetracht der Realität fragt man sich schon, wie man zu solchen Schlüssen kommt. Doch die Erklärung folgt sofort. Es wird nämlich tatsächlich in keiner Weise das wirkliche Bildungsniveau überprüft, sondern lediglich die vergebenen Schul- und berufsqualifizierenden Bildungsabschlüsse herangezogen, um somit ein gestiegenes Bildungsniveau zu belegen.

Einfacher ausgedrückt: Weil es mehr Abiturienten gibt, muss das Bildungsniveau allgemein gestiegen sein! Grundsätzlich eine Schlussfolgerung die man ziehen könnte. Dafür wäre es jedoch erforderlich, dass die Fähigkeiten, welche man für den Erwerb des Abiturs benötigt, in den letzten Jahrzehnten auf dem selben Niveau geblieben wären. Tatsächlich sind sie das aber nicht.

Die Anforderungen wurden regelmäßig abgesenkt, um solche „Erfolgsmeldungen“ verbreiten zu können. Damit kann man gut verdecken, dass man momentan systematisch dabei ist die einst vorbildlichen Bildungseinrichtungen in unserem Land zu zerstören.

Dazu äußerste sich Horst Hippler in einem Interview. Er ist der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, des freiwilligen Zusammenschlusses der deutschen Hochschulen.

Zunächst sagte er:

Es ist vielmehr so, dass das Leistungsniveau der Studierenden in den letzten Jahren besonders für die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) gesunken ist. Die schulische Ausbildung reicht oft nicht mehr aus. Die Schulen in Baden-Württemberg und Bayern kann man da etwas herausnehmen, doch deutschlandweit ist das Ausgangsniveau sehr unterschiedlich.

Daraufhin fragte der Interviewer noch einmal nach:

Sie sagen, dass die Grundausbildung an den Schulen nicht mehr geleistet wird – vor allem in Mathe.

Das ist richtig, sie wird von vielen Schulen nicht mehr geleistet, weil man das Gesamtniveau senken musste, um mehr Abiturientenzahlen zu bekommen. Das ist natürlich gerade für Ingenieurfächer oder Naturwissenschaften nachteilig.

Schüler werden also durch das Abitur geschleust ohne ausreichende Kenntnisse zu haben, nur um die Zahlen zu schönen. Interessant ist auch der Hinweis auf Bayern und Baden-Württemberg, als Schulen mit besseren Bedingungen, da gerade in diesen Bundesländern konsequent das dreigliedrige Schulsystem verteidigt wurde. Baden-Württemberg kann man leider wohl bald auch abschreiben. Nachdem dort eine grün-rote Regierung ins Amt gekommen ist, macht sich diese nun auch dort daran das Schulsystem aufgrund ideologischer Verbohrtheit zu zerstören.

Auch Hans Peter Klein, er lehrt an der Universität Frankfurt, äußert sich in einem Interview mit der FAZ in diese Richtung:

Bis um die Jahrtausendwende hat sich bezüglich des Anspruchsniveaus wenig geändert. Seit den OECD-Diktaten nach hohen Abiturienten- und Akademikerquoten ist das anders: Eine Nivellierung der Ansprüche auf breiter Front ist im Gange. Die Verantwortlichen argumentieren, dies sei sozial gerecht. Ich kann aber nicht erkennen, was daran gerecht sein soll, Schülern nicht vorhandene Leistungen als ausreichend zu attestieren. Denn letztlich dürfte dies gerade für diese Schüler zu einem Bumerang werden.

Man sieht also, dass die Propagandalügen der Bundesregierung einer näheren Betrachtung nicht standhalten. Auf dem Weg zur Einheitsschule sinkt das Bildungsniveau ungebremst. Das ist fatal für alle Schüler. Mögen durch immer weiter sinkende Anforderungen auch immer mehr Schüler hohe Abschlüsse erreichen, ist das doch immer weniger wert. Denn entweder sie sind an der Universität überfordert oder, falls dort bald auch die Anforderungen „angepasst“ werden, werden spätestens im Arbeitsleben den Anforderungen nicht gerecht.

Unserer Meinung nach muss endlich Schluss sein mit den andauernden Bildungsexperimenten an unseren Schulen. Wir haben ein bewährtes, über Jahrzehnte sehr gut funktionierendes dreigliedriges Schulsystem gehabt, um das uns die Welt beneidete. Aus ideologischer Verbohrtheit wird dieses nun zerstört. Ein weiterer Grund unsere heutigen Politiker auf den Müllhaufen der Geschichte zu befördern, bevor sie noch mehr Kindern und Jugendlichen die Zukunft verbauen!

Bildquelle: Stefan Bayer | pixelio.de

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