REK: Bewährung für sexuellen Missbrauch von Kindern

447761_web_R_by_Rike_pixelio.de

Von der 2. Großen Strafkammer des Landgerichts Köln wurde der 60-Jährige Mechaniker Mathias C., der nach Medienangaben aus dem Raum Bergheim/Bedburg stammen soll, zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Er wurde des sexuellen Missbrauchs von Kindern in 13 Fällen, des Versuchs in 4 weiteren Fällen, der Verbreitung pornografischer Schriften in 3 Fällen und in 2 Fällen der sexuellen Nötigung für schuldig befunden.

All diese Taten wurden in einem Zeitraum von gerade einmal etwas mehr als einem Jahr begangen, nämlich von Mai 2008 bis Juni 2009. Der Täter hatte im Internet gezielt Portale aufgesucht, die hauptsächlich von Kindern genutzt werden, schrieb dort immer wieder Mädchen an, in den angeklagten Fällen ging es um Mädchen im Alter zwischen 12 und 14 Jahren und gab sich dabei als bisexuelles Mädchen aus.

Daraufhin versuchte er die Mädchen in sexuelle Gespräche zu verwickeln und von ihnen Nacktfotos zu erhalten. Wollte ein Mädchen den Kontakt abbrechen, drohte er damit die Chatprotokolle und die Fotos zu veröffentlichen, die Fotos im Heimatort aufzuhängen oder diese an die Eltern zu schicken. Eins der Mädchen wollte deshalb von Zuhause weglaufen. Anderen Mädchen zeigte er sich über Webcam beim Onanieren.

Ein verdeckter Ermittler war zufällig auf ihn gestoßen. Auf seinem Rechner wurden von der Polizei 500 Chatprotokolle und eine Unzahl von kinderpornografischen Bildern und Filmen gefunden, das jüngste dargestellte Kind war erst vier Jahre alt.

Wie bereits am wieder einmal viel zu geringen Urteil ersichtlich ist, wurde hauptsächlich nach mildernden Umständen zugunsten des Triebtäters gesucht. Zunächst einmal brauchte die Justiz fast fünf Jahre, um den Fall vor Gericht zu bringen. Der Vorsitzende Richter Christoph Kaufmann sagte dazu: „Aufgrund der Überlastung der Justiz war es nicht möglich, den Fall vorher zu verhandeln. Ich glaube kaum, dass sonst eine Bewährungsstrafe möglich gewesen wäre.“

Der bestellte psychiatrische Gutachter kam zu erstaunlichen Ergebnissen. Laut seiner Aussage habe sich der Angeklagte ihm gegenüber nicht auffällig gezeigt und glaubhaft versichert, dass er Kinder nicht sexuell ansprechend finde. Der Gutachter sollte wohl auf die Eignung für seinen Beruf untersucht werden, wenn er es normal findet sich große Kinderpornosammlungen anzulegen, wie es der Angeklagte tat, obwohl er angeblich kein Interesse daran hat.

Auch das sogenannte Geständnis des Angeklagten wurde mildernd gewertet, obwohl er lediglich das zugab, was er durch die polizeiliche Durchsuchung seines Rechners nicht mehr leugnen konnte. Ebenso wie bei dem Gutachter tat er so, als ob kein sexuelles Interesse hinter seinen Taten stand. Angeblich wollte er durch die Bilder nur sicherstellen, dass er nicht mit Männern schreibt. In dieser Form gingen seine Erklärungen weiter, die ihm auch der Richter nicht glaubte, weshalb er ihn eindringlich warnte die Wahrheit zu sagen. Trotzdem spielte der Angeklagte weiter den Unschuldigen, laut eigener Aussage habe er „nicht gewusst, dass Kinder von so etwas Schaden nehmen können“.

Besonders bedenklich ist es, dass seine gute soziale Integration in seine Familie ebenfalls als positiv gewertet wurde. Neben einer Frau, hat er auch 2 Töchter und ein Enkelkind. Es ist zu hoffen, dass die Eltern seines Enkelkinds diese „soziale Integration“ skeptischer sehen und ihr Kind vor ihm schützen.

Was bleibt ist eine lasche und überforderte Justiz, die schon seit längerem nicht mehr in der Lage ist die Bevölkerung vor solchen Tätern zu schützen. Und, noch viel schlimmer, ein Triebtäter, der bereits bewiesen hat, dass er vor der Bedrohung von Kindern nicht zurückschreckt, dabei keine Schuldgefühle entwickelt und der trotzdem weiterhin frei herumläuft.

Er mag bisher noch kein Kind körperlich vergewaltigt haben, aber er ist eindeutig eine tickende Zeitbombe. Mit solcher Kuscheljustiz muss endlich Schluss sein. Die Menschen in Deutschland und besonders unsere Kinder müssen endlich wieder konsequent vor unberechenbaren Triebtätern geschützt werden!

Bildquelle: Rike | pixelio.de

Kommentar verfassen