Weihnachten – ein Fest der Freude?

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Wenn ältere Menschen von früher erzählen, kommen sie in der dunklen Jahreszeit bald zum Thema Weihnachten, das Fest der Feste. Und schon bald geraten sie ins Schwärmen und erklären mit sehnsüchtigem Blick „früher war alles schöner“Wie und durch was unterscheidet sich Weihnachten damals und heute?

Diese Frage ist zumindest, was die Gegenwart betrifft, einfach zu beantworten. Es geht um den Konsum von Gütern aller Art, elektronische Spielereien gehören ebenso dazu wie luxuriöse Speisen, Getränke und Mode aller Art – nur teuer muss alles sein. Und man muss sehen, was es gekostet hat, damit man ja nicht zurücksteht vor den anderen. In der Zeit des Advent, die eigentlich besinnlich sein soll, wird man im täglichen Rhythmus der Nachrichten darüber informiert, wie gut oder schlecht das diesjährige Weihnachtsgeschäft im Vergleich zum Vorjahr läuft.

Das ist Weihnachten heute!

Und wie war es früher, war es besser? Zumindest war es anders, ganz anders!

Eine alte Frau aus Ostpreußen erzählt: Ja, früher lag zu Weihnachten immer hoch der Schnee und es war bitterkalt – gefroren hat trotzdem niemand, denn für Feuerholz sorgte ja der Vater und die Mutter hielt das Feuer im Ofen am brennen. Es gab viele große und kleine Geheimnisse und der Zauber der nahenden Weihnacht lag über allem. Wir hatten nicht viel an materiellen Gütern, aber das was wir hatten teilten wir gerne mit der Familie, den Nachbarn und dem Volk.

Als dann 1939 der Krieg über Deutschland hereinbrach und die Güter langsam knapp wurden, da sorgte die Regierung dafür, dass wenigstens die Kleinen leuchtende Augen vor dem Weihnachtsbaum bekamen. In den vielen Stunden der Adventszeit bastelten die älteren Kinder der Hitlerjugend und des Bund deutscher Mädel Geschenke für die jüngeren – nichts besonderes, aber es kam von Herzen. Wir hatten nicht viel was wir schenken konnten, aber wir hatten uns und unsere Volksgemeinschaft, ein wundervolles Geschenk.

Wenn sich dann am 24. Dezember abends die Tür des großen Gutshauses bei Gumbinnen öffnete, strahlten alle Augen, und nicht nur die der Kinder. Ein Weihnachtsbaum, der bis zur Decke zu reichen schien, blinkte und glitzerte, in den bunten Kugeln konnte man sich spiegeln. Nachdem dann jedes Kind vor dem Baum ein Weihnachtsgedicht aufgesagt hatte, wurden die Geschenke verteilt. Wie gesagt, es war nicht viel – ein Holzauto oder eine Spielzeugeisenbahn für die Jungen und eine Puppe für die Mädchen. Sachen, die die älteren Jugendlichen der HJ und des BdM vorher in langen Stunden gebastelt hatten. Ja, so war das damals. Wir freuten uns über kleine Dinge, denn die kamen von Herzen und wir hatten ja uns!

Während es heute nur um Konsum und Geld geht, ging es damals mehr um die Gemeinschaft im Volk. Jeder war für jeden da und wir freuten uns über Kleinigkeiten. Es mussten nicht Hunderte von Mark ausgegeben werden, denn damals zählte der Sinn der Geschenke und nicht deren materieller Wert. Noch mehr zählte das Geschenk der Gemeinschaft, eine Volksgemeinschaft, die auch in schweren Zeiten Freude, Hoffnung und Liebe schenkte. Freut sich heute ein Neunjähriger über eine Holzeisenbahn? Gewiss nicht! Vielleicht bekommen wir als Reaktion: „Was soll ich damit, ich will lieber einen Gameboy oder ein neues Handy!“

Das Fest der Liebe wurde vom gegenwärtigen Zeitgeist degradiert zum Fest des Geldes – des Gottes Mammon!

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