Erinnern! Mahnen! Gedenken! (Bericht zum Trauermarsch in Remagen)

Am vergangenen Samstag unterstützten einige Mitglieder unseres Kreisverbands den Trauermarsch zum traditionellen Gedenken an die Opfer der alliierten Rheinwiesenlager in Remagen.

Hier nun ein ausführlicher Bericht der Veranstalter:

2019 – Remagen – Fronttransparent

Am Sonnabend, den 16. November versammelten sich knapp 150 deutsche Männer und Frauen in Remagen zu unserem traditionellen Gedenken an die Opfer der alliierten Rheinwiesenlager. 150 Männer und Frauen, die auch in diesem Jahr den Toten unseres Volkes ein Gesicht geben wollten. Während auf dem Versammlungsplatz noch ausgelassen geredet und gelacht wird, wandelt sich die Stimmung bei allen Teilnehmern sobald Aufstellung genommen wird. Es braucht nicht viele Worte und als sich der Zug in Bewegung setzt ist aus 150 Einzelpersonen eine Einheit geworden. Schwarze Fahnen rahmen die Marschkolone ein, die sich wie gewohnt in dreier Reihen durch Remagen bewegt.

2019 – Remagen – Kranz

Was wie in jedem Jahr anfing, musste nach wenigen hundert Metern allerdings erstmal gestoppt werden. In ein paar Bäumen am Rande unserer Wegstrecke hatten sich Gegendemonstranten festgekettet. Die Polizei sah sich dadurch veranlasst unseren Zug zu stoppen, da sie vorgab der Meinung zu sein, dass sie für unsere Sicherheit nicht mehr garantieren könne und eine Räumung der Bäume nicht so einfach machbar sei.

Es mag einen Blickwinkel geben, der die Aktion der Polizei rational vertretbar einscheinen lässt, denn man muss natürlich einräumen, dass die Polizeiführung um die Sicherheit aller Demonstrationsteilnehmer bemüht sein muss. Allerdings bleiben mehr als berechtigte Zweifel daran, dass dies in diesem Fall als Begründung tragfähig ist. Die Polizei wurde nämlich nicht erst vor Ort plötzlich von Gegendemonstraten, die sich in Bäumen festgekettet hatten, überrascht. Die Gegendemonstranten in den Bäumen waren der Polizeiführung bekannt und wurden auch bereits vor dem Start des Gedenkmarsches der Versammlungsleitung gegenüber erwähnt. Allerdings wurde dabei gesagt, dass die Leute in den Bäumen erstmal kein Problem seien und der Demonstrationszug an der betroffenen Stelle lediglich nicht die volle Straßenbreite einnehmen könnte, was eine akzeptable Lösung gewesen wäre. Den Demonstrationszug bis unmittelbar an die angekündigte “Engstelle” vorrücken zu lassen, dann zu stoppen und eine Wegstreckenänderung zu verfügen, ist in Anbetracht der bereits vor Beginn des Marsches vorliegenden Faktenlage ein polizeitaktisches Manöver gewesen, das direkt gegen unsere Demonstration gerichtet war.

Das Resultat dieses Manövers war, dass der Demonstrationszug wenden und seinen Weg zum Kundgebungsort mit einer veränderten Wegführung fortsetzen musste. Die Bilder, die damit nach wenigen hundert Metern geschaffen wurden, sind nichts anderes als Wasser auf den Mühlen der Leute, die nun schon mehr als 10 Jahre versuchen den Gedenkmarsch in Remagen zu verhindern.
Zwei Leute in Bäumen reichen der Polizei, um einen Demonstrationszug stoppen zu können. Nicht weil sich auch nur ein Teilnehmer geweigert hätte den Weg fortzusetzen, sondern weil die Polizei dies unterbindet und dabei nicht unmittelbar gegen die Gefahrenquellen in den Bäumen vorgeht, sondern einfach unser Demonstrationsrecht beschneidet.

Die Änderung der Wegstrecke war ohne Frage ein Ärgernis. Speziell weil die Nachricht, die die Exekutive damit an die Gegendemonstranten gesendet hat, von diesen wahrscheinlich bei der Planung zukünftiger Blockademaßnahmen als eine Art Freifahrtschein gewertet werden dürfte. Dessen ungeachtet konnte der Demonstrationszug innerhalb kurzer Zeit reorganisiert werden und zog danach entlang der Hauptverkehrsader B9 weiter durch Remagen. Kurz vor dem Ziel, dem Kundgebungsplatz in der Nähe der schwarzen Madonna, kam es noch einmal zu einer Behinderung der Strecke. Eine Handvoll Antifas lief unter den Augen der Polizei einen Abhang hinunter und konnte sich ungestört auf die Straße setzen.

2019 – Remagen – Blockade

Das Muster des darauf folgenden Gesprächs mit der Polizeiführung, die unseren Aufmarsch wegen der Blockade erneut gestoppt hatte, lief wieder nach einem ähnlichen Muster ab wie bereits bei der ersten Blockade. Die Sicherheit der Teilnehmer des Gedenkmarsches sei durch die Blokade nicht mehr gewährleistet, daher müsste man den Demonstrationszug auflösen und prüfen, ob man die Teilnehmer über den Bürgersteig an der Blockade vorbeiführen könnte. Eine Räumung der Straßensperre schloß die Polizeiführung an dieser Stelle von vornherein aus und sendete damit unmittelbar erneut die Nachricht, dass Blockaden an diesem Tag weitgehend konsequenzenlos bleiben, an die Blockierer. Eine Auflösung unserer Demonstration, um die Blockade zu umgehen, wurde von uns kategorisch abgelehnt, so dass am Ende einige hundert Meter zusätzliche Wegstrecke mit der Versammlungsbehörde kooperiert wurden, um die Blockade zu umgehen.

Der Demonstrationszug konnte danach ohne weitere Störungen den eigentlichen Kundgebungsplatz erreichen. Dort wurde wie gewohnt Aufstellung genommen. Redner des Tages waren der Dortmunder Aktivist Michael Brück, Henry Hafenmayer und Sven Skoda für das Gedenkbündnis Remagen. Vor dem eigentlichen Totengedenken wurde dabei in den Reden auch die Polizeitaktik des Tages zusammengefasst und die politische Dimension dahinter erläutert. Das Totengedenken war trotz der Gegendemonstranten, die in Sicht- und Hörweite versuchten einen möglichst unwürdigen Rahmen zu erzeugen, von dem gewohnten Geist geprägt. So bizarr es klingen mag und so ärgerlich die verstörten Gestalten hinter den Absperrungen auch jedes Mal aufs Neue wirken, so sehr helfen sie in dieser verwunschenen Zeit die Kontraste nur noch deutlicher hervorzubringen. Wie Licht und Schatten stehen sich die Positionen gegenüber. Auf der einen Seite Deutsche, die noch Deutsche sein wollen, die ihren Toten gedenken und Unrecht beim Namen nennen, und auf der anderen Seite von Hass getriebene Gestalten, die ihre Wurzeln nicht kennen oder diese mit allen Mitteln verleugnen wollen. All der Trubel am Rande kann dem eigentlichen Gedenken nichts anhaben. Wenn der Demonstrationszug sich wieder in Bewegung setzt, merkt man den Teilnehmern in jedem Jahr aufs Neue an, dass sie aus diesem Moment Kraft gezogen haben für das kommende Jahr.

2019 – Remagen – Kranzniederlegung

“Ihr für uns! Wir für Euch!” ist in diesem Moment ein ehrliches Gefühl, das jeden vollkommen durchdringt.

Der Rückweg zum Remagener Bahnhof verlief geordnet, diszipliniert und störungsfrei.

Im Rückblick auf den Gedenkmarsch in diesem Jahr bleiben die Gefühle zwiegespalten. Die Disziplin der Teilnehmer war auch in diesem Jahr absolut vorbildlich. Wie sehr sich die Disziplin zu einer Selbstverständlichkeit bei dem Gedenkmarsch entwickelt hat, merkt man wohl gerade an Tagen an denen nicht alles wie gewohnt läuft nur noch stärker. Trotz der ärgerlichen Pausen, die für die Verhandlungen mit der Polizei nötig waren, gab es keinen Moment in dem Unruhe im Demonstrationszug ausbrach oder Kameraden auf Provokationen von außen eingegangen wären. Jeder Aktivist weiss wie ungewöhnlich so viel Disziplin im oft rauhen politischen Alltag ist, gerade wenn sich mehr Leute als der eingeschworene Kameradenkreis versammeln und man sich ohne die Situation überschauen zu können einem Kommando unterordnen muss. Dieser Geist und dieses Vertrauen ist ohne Frage etwas besonderes an dem Gedenken in Remagen.

Das Verhalten der Polizeiführung, die am Ende zwar den Demonstrationszug ermöglichte, dabei aber keine Chance auszulassen schien politisch passende Bilder zu generieren, kann – egal aus welchem Blickwinkel betrachet – dagegen nicht positiv eigeordnet werden. Ein Aufzug, der nach wenigen hundert Metern gestoppt wird und danach umgeleitet werden muss, obwohl die Situation vor Ort seit Stunden unverändert war, wird wie eine Einladung für diejenigen wirken, die das Versammlungsrecht nur allzugern mit Füssen treten, wenn ihnen nicht passt, wer es für sich in Anspruch nimmt. Ohne weiter ins Detail zu gehen, eine Verschärfung dieser Abläufe wird von uns nicht einfach hingenommen werden! Nur weil wir bei unserem Totengedenken in Remagen Disziplin und Ordnung als Grundlage für die Teilnahme voraussetzen, bedeutet das nicht, dass wir deswegen jede Schikane und jedes Unrecht einfach hinnehmen werden.

Wie so oft gilt auch an dieser Stelle:

Taten graben Furchen! Worte tilgt der Regen!

Wir danken allen Teilnehmern für ihre Disziplin!

Treue um Treue!

Quelle: rheinwiesenlager.info

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