Europas Jugend spricht sich für souveräne Nationalstaaten aus

Im Februar bat die Pulheimer CDU zu ihrem „Generationengespräch“, dieses Mal zum Thema „Heimat“. Romina Plonsker, mit gerade einmal 29 Jahren seit der letzten Wahl CDU-Landtagsabgeordnete für den Rhein-Erft-Kreis, sprach dort davon, dass sie sich eher als Europäerin sieht, denn als Pulheimerin und vereinnahmte mit einem „wir Jugendliche“ gleich ihre ganze Generation für ihre eigenen Ansichten. Und selbst manche in der Öffentlichkeit als „nationalistisch“ angesehene Organisation, wie etwa die „Identitäre Bewegung“, betont bevorzugt eine gemeinsame europäische Identität, nach der dann die regionale und erst zum Schluss die nationale Identität stehen würde. Europas Jugend sieht das nach einer Studie der TUI Stiftung jedoch deutlich anders – sie spricht sich klar für den Nationalstaat und den Vorrang der nationalen Identität aus.

Studie „Junges Europa 2017“ – 80% für den Vorrang der nationalen Identität

Für die Studie „Junges Europa 2017“ wurden insgesamt 6.000 junge Menschen im Alter von 16 bis 26 aus Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Polen, Spanien und Großbritannien befragt. In all diesen EU-Ländern zusammen sahen sich ganze 42% einzig als Bürger ihres Landes, weitere 38% zuerst als Bürger ihres Landes und dann als Europäer, insgesamt also 80% für den Vorrang der nationalen Identität. Zuerst oder gar nur als Europäer sah sich lediglich eine kleine Minderheit von 10%, womit sich alleine dadurch schon die Abgehobenheit der Politikerkaste von den tatsächlichen Ansichten der Menschen in Europa zeigt. Der Rest verteilte sich auf ein nicht näher aufgeschlüsseltes „Sonstiges“ oder „keine Angabe“.

Souveräne Staaten in einem „Europa der Vaterländer“ statt EU-Bürokratiemonster

Dabei sieht ein Großteil der Befragten (76%) die EU hauptsächlich als wirtschaftliche Zweckgemeinschaft. Der Wunsch diese Zweckgemeinschaft zu einem Bundesstaat auszubauen, wie es durchgehend von der EU-Politikerkaste unter mithilfe vieler deutscher Abgeordneter vorangetrieben wird, ist in Europas Jugend nicht ausgeprägt. Ganz im Gegenteil sprechen sich 65% der Befragten dafür aus, dass die EU-Mitgliedsländer mehr Entscheidungen unabhängig von der EU treffen können sollten.

Die folgenden Fragen zeigen, wie man mit manipulativer Anlegung von Fragen und Antworten die Ergebnisse verfälschen kann. So sprechen sich plötzlich 35% für den Satz „Die Verbindung zwischen den EU-Ländern sollte enger werden, die Mitgliedsländer sollten mehr Zuständigkeiten an die EU abtreten“ aus. Dem wesentlich konkreteren Satz „Die nationalen Regierungen sollten mehr Macht an die EU abgeben“ stimmen hingegen nur 15% zu. Offensichtlich wünscht sich die Jugend also eine enge Zusammenarbeit zwischen den europäischen Staaten in einigen Bereichen, allerdings unter Beibehaltung der Souveränität der Mitgliedsstaaten. Das entspricht jedoch absolut nicht den von EU-Fanatikern angestrebten „Vereinigten Staaten von Europa“, sondern ist viel eher eine Zustimmung zu dem von Nationalisten geforderten „Europa der Vaterländer“.

Eine relative Mehrheit spricht sich nicht nur für souveränere Nationalstaaten aus, sondern auch für eine größere Unabhängigkeit von den USA. Das Thema Einwanderung bzw. Migration wird nur einmal kurz angeschnitten, wobei eine knappe Mehrheit darin eher Chancen als Risiken sieht. Die besonders hohe Zustimmung für „Chance“ etwa in Spanien, wo weiterhin eine hohe Jugendarbeitslosigkeit herrscht, deutet aber eher darauf hin, dass hierbei an Wanderungsbewegungen innerhalb Europas gedacht wurde, um der eigenen Perspektivlosigkeit zu entkommen und nicht an die Einwanderung von Millionen Nicht-Europäern. Unabhängig davon sahen nur 34% sie eher als Chance, 26% hingegen eher als Bedrohung.

Die gesamte Studie zeigt, dass die nationale Bewegung mit ihren Forderungen wesentlich näher an der Jugend ist, als dies die, hierzulande noch die Parlamente und Massenmedien bevölkernden, Freunde eines europäischen Superstaates sind. Sie zeigt allerdings auch, dass die durchgehende Propaganda, die uns eintrichtern soll, dass Anti-EU gleichbedeutend mit antieuropäisch wäre, teils in den Köpfen verankert werden konnte. Es ist somit unsere Aufgabe noch stärker unsere Vision von einem „Europa der Vaterländer“ ins Volk zu tragen. Eine geeignete Möglichkeit dafür ist die Beteiligung an der aktuell laufenden „Europa erwache“-Kampagne, die am 14. April ihren Höhepunkt in einer Demonstration durch Dortmund findet. Gegen die EU, für souveräne Nationalstaaten und Europa!

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