Wo lebt es sich am besten? – Rhein-Erft-Kreis bei ZDF-Studie im untersten Viertel

Im Auftrag des ZDF wurde in einer Studie untersucht, wo es sich in Deutschland am besten lebt. Der Rhein-Erft-Kreis schneidet dabei mit Rang 329, bei 401 untersuchten Städten und Kreisen, denkbar schlecht ab.

Dabei sind nicht alle Faktoren für die tatsächliche Lebensqualität gleich entscheidend. Beim Thema „Frauenanteil in Kreistagen, Stadträten oder Gemeinderäten“ liegt man mit Rang 202 recht genau in der Mitte, einen hohen Einfluss auf das Alltagsleben hat dieser Punkt jedoch wohl nicht.

Entscheidender ist wohl die Mietpreis-Einkommens-Relation, also der Anteil des monatlichen Einkommen welcher nur für die Zahlung der Miete aufgebracht werden muss. Hier liegt man auf Rang 326, was bedeutet, dass ein weit überdurchschnittlicher Teil des Einkommens bei uns bereits verbraucht ist, wenn man seine Miete bezahlt hat. Dementsprechend liegt auch die Anzahl privat verschuldeter Personen im Kreis besonders hoch (Rang 311).

Im Bildungsbereich findet man sich ebenfalls im unteren Viertel ein, da beispielsweise viele Schüler auf einen Lehrer kommen (Rang 326). Rund um den Rang 300 und damit weiterhin überdurchschnittlich schlecht, ist man auch bei den Themen Arbeitslosenquote, Kinder- und Altersarmut platziert.

Auffällig ist hierbei, dass das die Kaufkraft, also das reine Nettoeinkommen, vergleichsweise hoch liegt, was im Vergleich mit den anderen Werten wiederum aufzeigt, dass die Schere zwischen Arm und Reich im Rhein-Erft-Kreis bereits besonders weit auseinander geht.

In den Punkten Wohnungseinbrüche und Gewaltverbrechen liegt man ebenfalls weit vom Mittelwert entfernt, bei Wohnungseinbrüchen mit einem Rang 346 von 401 gar nahe am Ende der Liste, was den Aussagen unserer Politiker doch deutlich widerspricht, nach denen wir im sichersten Teil Deutschlands leben müssten.

Die Ergebnisse zeigen recht deutlich auf, dass es bei uns nicht so rosig aussieht, wie es oft dargestellt wird. Die öffentliche Meinung wird im Rhein-Erft-Kreis hingegen offensichtlich immer noch von sehr gut verdienenden Personen bestimmt, die konsequent alle existierenden Probleme ausklammern, weil sie in ihrer Lebenswirklichkeit kaum eine Rolle spielen.

Unsere Aufgabe ist es der schweigenden Mehrheit eine Stimme zu geben, die es sich entweder nicht mehr leisten kann das Versagen des Staates durch das eigene Einkommen auszugleichen oder die nicht bereit ist rein egozentrisch nur auf das eigene Wohlergehen zu achten.

Bildquelle: Screenshot von https://deutschland-studie.zdf.de

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